Wo stehen wir heute bezüglich Kultur? Was haben wir erreicht?

Kunst ist reine Marktware geworden. Wir haben unter dem Begriff Kultur alle künstlerischen Bereiche vergraben und versuchen, ihnen einen Wert zu verpassen, damit wir die Geldfrage ins Zentrum bringen – nur ja nicht den Inhalt, die Moral, diskutieren müssen. Kunst ist Tourismusware geworden, Massenkultur ist gut fürs Geschäft. Inmitten wirtschaftlicher Entwicklungen und politischer Polarisierungen ist Kultur ein diffuses und undurchdringbares Spielfeld für ausgewählte SpielerInnen. Moralisch ist das kulturelle Terrain ein
Konfliktfeld der politischen Polarisierungen. Und selbst die KI meint heute auf diese Frage: Kultur ist nur noch «nice to have».

Kultur ist die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Merkmale einer Gesellschaft oder sozialen Gruppe. Kurz:

Kultur war nach 1945 die dritte Säule des europäischen Wiederaufbaus — gleichwertig neben Politik und Wirtschaft. Heute ist sie zum Anhängsel geworden. Öffentliche Förderung fliesst mehrheitlich in Institutionen und Backsteine, während unabhängige Kulturarbeit strukturell benachteiligt bleibt. Dabei geht es weit mehr als nur um Kunst — ein Missverständnis, das uns gesellschaftlich teuer zu stehen kommt. Kultur wird als «nice to have» behandelt. Fatal!

Die Berner Kulturkonferenz fordert eine überfällige Korrektur: Kultur muss als moralische Säule der Gesellschaftspolitik anerkannt werden — nicht als Dekoration, sondern als Infrastruktur. Wir wollen den Diskurs verschieben, konkrete Forderungen an Politik und Förderinstitutionen formulieren und zeigen, dass Kultur nicht Luxus ist, sondern Grundlage für sozialen Zusammenhalt, Identität und Resilienz.

Die Berner Kulturkonferenz bringt jährlich Kulturschaffende, Denkerinnen, Wirtschaftsvertreter und Politikerinnen zusammen — bewusst ausserhalb der üblichen Kulturblase. Aus jeder Konferenz entsteht ein konkretes Positionspapier, das allen politischen Stellen übergeben wird. «Kultur ist Diskussion als Pflicht, Wirkung das Ziel».

Warten ist keine Option.

In 80 Jahren hat die nationale Politik genau eine kulturpolitische Studie in Auftrag gegeben: Das war im Jahr 1975, der «Clottu-Bericht». Das ist lange her.

Was bisher alles ...

  • Feedback zur Vernehmlassung

    Die Vernehm­las­sung zur Vier­jahre­s­pla­nung der städtis­chen Kul­tur­förderung dauerte vom 11. Mai bis zum 2. Juli 2018. 252 Per­so­n­en bzw. Insti­tu­tio­nen haben sich daran beteiligt. Die Stel­lung­nah­men erfol­gten per elek­tro­n­is­chen Frage­bo­gen (172), Brief (42) oder E‑Mail (38).   Auswer­tung der Antworten auf den elek­tro­n­is­chen Fragebogen: -         Ins­ge­samt gab es 1066 Besuche auf der Webadresse. -         Die…

  • Bildende Künstler hoffen auf mehr Unterstützung

    Hier der Artikel vom BUND vom 5.7.2018 Bildende Kün­stler hof­fen auf mehr Unter­stützung — derbund

  • Statement ArchivArte

    Von Annette Jac­card, Vorstandsmitglied: Die Nach­lassin­sti­tu­tion ArchivArte schlägt für die bevorste­hende Förderungspe­ri­ode vor, die Pflege und Erhal­tung von städtis­chem Kul­turerbe, ins­beson­dere von Nach­lassin­sti­tu­tio­nen in der Kul­tur­botschaft zu ver­ankern und dafür finanzielle Mit­tel in Form von insti­tu­tioneller Förderung (Vier­jahresverträge) bere­itzustellen. Denn für die Sicherung und Bewahrung von städtis­chem Kul­turgut sind langfristig plan­bare, finanzielle Mit­tel unab­d­ing­bar. Die…

  • Statement der Grün alternativen Partei

    Von Luz­ius Theil­er, Grün alter­na­tiv­en Partei Punkt 5 Es gibt keine Trans­parenz bezüglich Mieten. Wie viel der soge­nan­nte Kul­tur Sub­ven­tio­nen ent­fall­en auf Miete und Nebenkosten­zahlun­gen an die Stadt. Das ergibt nach außen ein falsches Bild die Ikur z.b. zahlt mehr an die Stadt als sie Sub­ven­tio­nen erhält der Beitrag an das Tojo The­ater mit 140…

  • Wichtige Medienresonanz und Artikel

    Im Bund, 11.5.2018: Mehr Geld für die Bern­er Künstler Im Bund, 18.6.2018: Kün­stler wollen mehr Anerkennung Sehr lesenswert: https://blog.derbund.ch/kulturstattbern/blog/2018/06/16/von-stadtgeldern-und-der-kunst-davon-zu-profitieren/

  • Links: Vernehmlassung und Formular

    Mit dieser Vernehm­las­sung kön­nen alle Parteien, alle Kul­tur- und Kun­stschaf­fend­en, Vere­ine, Insti­tu­tio­nen, ihren Teil beis­teuern und mit­gestal­ten! Hier kön­nt Ihr die Unter­la­gen und den Frage­bo­gen runterladen/anklicken. Die sind auf der Web­seite www.bern.ch kaum auffind­bar (Frage­bo­gen?) … Lasst uns diese Gele­gen­heit unbe­d­ingt nutzen! Ihr habt bis zum 2. JULI 2018 Zeit, Eure Mei­n­ung einzugeben. Füllt dazu…

>>> Die Berner Kulturszene ist eine freie, private Initiative, die im Jahr 2014 gegründet wurde, um den öffentlichen Dialog über Kultur und Kunst zu fördern. Ursprünglich zielte sie darauf ab, ein Kulturkonzept für die Stadt Bern zu organisieren, da sich die städtischen Kulturverantwortlichen weigerten, diesen offiziellen Auftrag zu erfüllen. Das Interesse war bei Presse, Politik, Kunstschaffenden und der Bevölkerung sehr gross und reichte bis über die Landesgrenzen hinaus. Die Berner Politik sprach daraufhin ein Budget von 200'000 CHF zu – das Projekt wurde als Insider-Job vergeben.